Gladiolen
Als gewissenhafte Schreibende habe ich im Internet nachgeforscht, was es denn mit der Gladiole so auf sich habe. Dabei stiess ich auf 80 Sehen und habe Folgendes herausgepickt:
Der Name Gladiole kommt vom Lateinischen Gladio gleich Schwert. Sie heisst auch Siegwurz und Schwertblume und ist ein Irisgewächs. Der Blick titelt am 21.7.10. Bankräuber mit grossem Strauss mit Gladiolen ergaunert sich Geld! Bei den Chinesen und in Italien sind Gladiolen eine Todeswarnung der Mafia. Es gibt wild wachsende Gladiolen auf Mallorca und Menorca im Mai. Die geheime Sprache der Blumen sagt: Gladiole bedeutet: sei bitte nicht so stolz. Oder ein Liebesgedicht von w.h. Fritz: ..ich nehme dich wahr in der brennenden Frühe, die sich niederlässt in der Stadt und da und dort zu Gladiolen wird.
Für mich sind die Gladiolen ein Feuerwerk an Farbe und auch die Form erinnert mich an ein Feuerwerk. Ich liebe Feuerwerke- am schönsten dünkt es mich, wenn man irgendwo ganz ungezwungen am Boden sitzen oder liegen kann, wenn mein Mann dann ganz nahe bei mir ist und die Farbenpracht das Dunkel des Nachthimmels durchbricht. Manchmal ist es, als ob die Bewegungen des Lichtes und die Intensität der Farben erst richtig die Dunkelheit der Nacht erkennen lässt. Genau so empfinde ich die Schönheit der Gladiolen. In den frühen Morgenstunden scheinen sich ihre Farben mit dem beginnenden Tageslicht aufzuladen um dann in Majestät die ganze Farbenpracht leuchten zu lassen und jeden Blick zu erwiedern, zu ermuntern und erfreuen. ln der Nacht sind sie einfach da, ihre Form hebt sich vom Restlicht aufrecht und streitbar ab. Farben dringen durch das Auge in mich hinein, durchkämpfen das Dunkle und brechen zum Herzen durch. Dort spenden sie Freude, Erquickung und Anbetung.
In meiner Kindheit hatte die Feuerwerksmusik von Händel eine besondere Stellung.
Manchmal an einem Sonntagmorgen bereitete mein Vater das Frühstück zu. Meist gab es dann 3 Min. Eier mit gestricktem Käppli, ein Gläschen Orangensaft, Käse und Zopf und Honig. Er deckte dann den Stubentisch mit weissem Damast und dem Silberbesteck, mit dem schönen Geschirr mit Goldrändli. Dann öffnete er die Kinderzimmertüre und weckte uns mit diesen Klängen von Händel. Ein Hauch von Grossbürgertum in einer Sozialwohnung. Ein kleiner Einblick in seine Wunschwelt? Ach könnte ich doch eine Gladiole nehmen, den Kampf aufnehmen mit dieser Blume, die allein durch ihre Pracht auch den Sieg verheisst. Kämpfen gehen die Unfähigkeit der Generationen sich miteinander auszusprechen. Stattdessen überwiegt die Furcht wieder klein zu sein, wieder zu unterliegen. Manch anderen Kampf könnte ich mir vorstellen, den ich hundertmal lieber mit einer farbigen Gladiole ausfechten möchte als mit Worten, denen dann Taten folgen müssen. Ich würde gerne in die Bank gehen und gegen die Ungerechtigkeit der höheren Zinsbelastung kämpfen, die wir zu tragen haben, nur weil wir nicht reich sind. Oder gegen den Unwillen gewisser schweizer
Schulmediziner, die für meine Krankheit nur eine Therapie kennen wollen, dabei geht es mir immer besser ohne ihre Pharmakeule. Siegwurz ich brauche dich.
Ist denn der Sieg nur im Kampf zu erringen? Muss ich immer wieder alleine Kämpfen, kommt die Siegesgewissheit durch diese Blume? Wo sind die alten Siegeslieder? Wer kämpft für mich, auch wenn ich nicht mehr kann? Die Gladiole als Sinnbild des Sieges unsres Schöpfers.